Donnerstag, 23. April 2015

Wir sind Bienen-Onkel!


Transportkarton
Es ist eine traurige Tatsache: Das Bienensterben nimmt erschreckende Ausmaße an, nach diversen Studien haben den vergangenen Winter zwischen 22 und 30% der Bienenvölker nicht überlebt. Der ökobewusste Mitbürger kauft sich nun flugs im nächsten Baumarkt ein Insektenhotel und hofft, damit seinen Beitrag getan zu haben. Doch man kann ohne größeren Aufwand noch viel mehr für die bedrohten Insekten tun. Wer in seinem Garten oder auf einem (größeren) Balkon eine ruhige Ecke frei hat kann ja mal über Wildbienen als Mitbewohner nachdenken.  Keine Angst: Da die Bienen keinen Staat verteidigen müssen besteht so gut wie keine Gefahr, jemals gestochen zu werden.

Gehörnte Wildbiene 


Bienenhotel
Im Internet fanden wir die Adresse eines sehr kompetenten Versandes von Wildbienen und Zubehör und bestellten gewissermaßen eine "Starterbox": Ein kleiner Karton mit 40 Kokons sowie ein Bienenhotel, bestehend aus 10 Nistbrettern mit vorgefrästen Nistgängen und einem Gurt, der alles gut zusammen zurrt. Gestern abend kam die Lieferung, die Nacht verbrachten die Wildbienen noch in ihrem Karton-Taxi im Kühlschrank, damit sie nicht allzu übermütig schlüpfen würden.

Unser Paket (Bienenhotel, 40 Kokons inkl. Vers) kostete übrigens ca 65 E.
Heute morgen war es dann soweit. Das künftige Heim war schon vorbereitet, in einer Ecke des Dachgartens, einem ruhigen Plätzchen mit Ostausrichtung, das die wachmachende Morgensonne abbekommt wurde zuvor das Bienenhotel errichtet: Ein Holzregal, auf dem eine Plastikwanne (zum Schutz vor Regen) steht, in das dann das eigentliche Hotel gestellt wird, zudem mit vielen bunten Frühblühern und Gewürzen drumherum - Frühstück ans Bett, sozusagen.
Zunächst mal vorsichtig einen Blick in den kleinen Tranportkarton werfen:


man sieht es schon Krabbeln!

die warme Wand lockt an
In den kleinen Karton wurden vorsichtig ein paar Löcher gebohrt und er wurde neben dem Hotel platziert. Es dauerte keine zwei Minuten, bis die erste Biene neugierig ihre Fühler durch das Loch steckte! Was dann folgte war unfassbar: Im Minutentakt schlüpfte eine Wildbiene nach der anderen aus dem Karton, rappelte sich kurz auf, erkundete neugierig seine neue Umgebung und setzte schon nach kurzer Zeit zum ersten Flug an. Besonders beliebt war eine warme Hauswand, dort wurden erst mal ausgiebig die Flügel geputzt.

video


Schon wenige Minuten später begannen die vorwitzigsten der Bienen ihre Umgebung zu erkunden. Kleinere Ausflüge wurden unternommen, und - um so erstaunlicher - kehrten viele nach den ersten Flugversuchen wieder zum Bienenhotel zurück, manche wollten sogar am liebsten wieder in ihren Transportkarton zurück krabbeln.

erstmal Pause am Gartenstuhl machen

Verstecken im Gras







Anscheinend Offenbar sind Weibchen (größer und mit den namensgebenden Hörnchen am Vorderkopf) und Männchen (kleiner und deutlich erkennbar durch die weiße Gesichtsbehaarung) unter unseren Schützlingen. 


Kaum geschlüpft fangen sie begeistern an sich zu "balgen" :-)




Wie es weitergeht? Wir werden euch auch dem Fliegenden Laufenden halten....

Nachtrag:
"Unsere" Mauerbienen sind übrigens nicht nur sehr hübsch und pfiffig, sondern - natürlich! - auch höchst intelligent: Schon nach kurzer Zeit fanden sie das blühende Pflaumenbäumchen, das sich in einem völlig anderen Bereich des Dachgartens befindet:




Sehr ausführliche Infos mit Bildern und Videos fanden wir auf derselben Seite nebst einem Handbuch zur Mauerbienezucht

UPDATE 1. TAG


















Normalerweise ist die "Knospenkontrolle" der erste Pflichttermin des Tages auf dem Dach. Seit heute gehört auch "Bienchen-zählen" dazu. Um das neue Bienenhotel war ein reges Gesumme, soweit erkennbar waren es tatsächlich nur unsere gehörnten Wildbienen. Und ganz offenbar hatte man schon im Transportkarton erste zaghafte Kontakte geknüpft, die nun an der frischen Luft intensiviert wurden. Ein tapferes Bienenweibchen schleppt huckepack ein Männchen das Regal hinauf, in Richtung Bienenhotel:


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wildes Gesumme und Gebrumme rund um das neue Bienenhotel:

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hier geht es zum Tag 4 mit unseren neuen Mitbewohnern

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